Der Newsroom: Definition, Vorteile und Erfolgsfaktoren

Per Definition ist ein Newsroom der Ort, an dem journalistische Redaktionen Themen sichten, Content verwalten und Veröffentlichungen planen. Der Begriff Newsroom bezeichnet im weiteren Sinne das Konzept der interdisziplinären Zusammenarbeit in Redaktionen – abseits von getrennten Ressorts. Denn: Redaktionen müssen sich nicht nur an der Qualität ihrer Inhalte messen lassen, sondern auch an ihrer wirtschaftlichen Effizienz – wozu der Newsroom einen signifikanten Beitrag leistet. Den Newsroom gibt es daher nicht nur im Kontext der klassischen Nachrichtenredaktion, sondern wird auch von Unternehmen genutzt (Corporate Newsroom).

Newsroom Definition: Was ist ein Newsroom?

Ein Newsroom ist die Kommunikationszentrale von Redaktionen und Unternehmen. Im journalistischen Umfeld besagt die Newsroom Definition gleich zweierlei: Er ist einerseits der redaktionelle Ort, an dem aktuelle Meldungen und Nachrichten eingehen. Andererseits kommen im Newsroom die leitenden Redakteure aus verschiedenen Ressorts zusammen, um über Themen zu sprechen und die Distribution der entsprechenden Inhalte kanalübergreifend zu planen (Newsdesk). Diese Art der kollaborativen Zusammenarbeit erfolgt häufig über Redaktionsgrenzen hinaus. Insbesondere in großen Konzernen, die neben Print- und Online-Medien auch Video und Audio zu ihrem Portfolio zählen, treffen sich die Redaktionsvertreter verschiedener Magazine und Portale im Newsroom – ganz im Sinne einer crossmedialen Content-Strategie und -Vermarktung.

Wie hat sich das Newsroom Konzept entwickelt?

Das Newsroom Konzept ist eine US-amerikanische Errungenschaft der 1990er Jahre. Die Tageszeitung „The Philadelphia Inquirer“ soll 1994 den ersten modernen Newsroom eingerichtet haben. Diesem erfolgreichen Beispiel folgend, haben immer mehr Zeitungsredaktionen ein eigenes Newsroom Konzept erarbeitet und umgesetzt. Seitdem haben sich immer mehr Redaktionen von der bis dato gängigen Praxis, einzelne Ressorts im Redaktionsalltag strikt voneinander zu trennen, verabschiedet. Ein wesentlicher Treiber dieses Wandels besteht in der fortschreitenden Digitalisierung und der damit einhergehenden Forderung, Inhalte mehrfach zu nutzen, um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Content-Distribution zu erhöhen. Damit geht eine für viele Redaktionen revolutionäre Änderung der Arbeitsweise einher: weg vom Denken und Handeln in Ressorts und fachlichen Zuständigkeiten, hin zur crossmedialen Fokussierung auf Themen und ihre kollaborative Aufbereitung.

Das bedeutet in der Praxis: Während es in analogen Zeiten organisatorisch getrennte und eigenständig agierende Redaktionen für die klassischen Publikationskanäle Print, Radio und Fernsehen gab, geht es heute darum, zielgruppengerecht aufbereitete Inhalte, etwa als Artikel, Video, Audio-Beitrag oder Infografik, am passenden Touchpoint auszuspielen – von gedruckten Zeitungen und Magazinen über Websites und Nachrichtenportale bis hin zu den Social Media. Damit steht in einem Newsroom Konzept nicht mehr der Distributionskanal im Vordergrund, sondern der redaktionelle Inhalt an sich. Ein grundlegender Paradigmenwechsel.

Newsroom – Status quo in Redaktionen und Unternehmen

Bereits 2006 hatte rund die Hälfte der deutschen Zeitungsredaktionen neuartige Newsroom Konzepte umgesetzt. Auch Nachrichtenagenturen und einige öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten der ARD, darunter WDR und NDR, setzen auf ressortübergreifende Konzepte nach der Newsroom Definition, um TV, Online und Mobile besser miteinander zu vernetzen. Das Prinzip, in einem Newsroom größere Themenkomplexe gemeinsam zu bearbeiten, hält seit geraumer Zeit auch in immer mehr Unternehmen und Konzernen Einzug – Stichpunkt: integrierte Kommunikation. Dabei geht es darum, in allen Kanälen und an allen Touchpoints konsistente Botschaften zu verbreiten. Ebenso wie im journalistischen Umfeld unterstützt auch ein Corporate Newsroom die crossmediale Zusammenarbeit, ausgerichtet an Themen, die Unternehmen besetzen wollen.

Newsroom – Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren

Im Kampf um Marktanteile und gegen die Übermacht der GAFA, die auch im Journalismus immer stärker Fuß fassen, kommen Redaktionen und Medienunternehmen an Newsroom Konzepten nicht mehr vorbei. Auch hier gilt: Effizienz und Agilität sind Trumpf. Damit Redakteure ressortübergreifend zusammenarbeiten können, muss eine wesentliche Voraussetzung erfüllt sein: Es braucht eine Newsroom. Denn neben die etablierten Informationsquellen wie

  • Nachrichtenagenturen,
  • Recherchenetzwerke,
  • Pressesprecher,
  • Behörden,
  • persönliche Kontakte und
  • eigene Recherchen
Social Media Statistik

haben sich die sozialen Netzwerke gesellt. In nur einer Minute gibt es 350.000 Tweets, 65.000 Foto-Uploads und 350.000 Scrolls auf Instagram, mehr als 400 Stunden neues Videomaterial auf YouTube und 3,8 Millionen Suchanfragen bei Google. Vor diesem Hintergrund sind die Mitarbeiter im Newsroom gefordert, digitale Informationskanäle wie Nachrichten- und

Veranstaltungsportale sowie die Social Media permanent im Blick zu behalten, das Relevante herauszufiltern und es in ihre eigene Themenplanung aufzunehmen. Angesichts der Informationsmenge wird deutlich, dass sich diese Recherche- und Monitoring-Aufgabe auch im größten Newsroom unmöglich manuell bewerkstelligen lässt. An dieser Stelle kommt künstliche Intelligenz ins Spiel, wie wir in dem FKT-Magazin – Ausgabe 12/2020 beschreiben.

Künstliche Intelligenz im Newsroom

Sobald es sich um digitale Informationen handelt, kann eine künstliche Intelligenz wie bei Newsmind Stories eingesetzt wird, unzählige Streams überwachen und eingehende Meldungen vorsortieren – von Nachrichtentickern über die Websites von Medienhäusern bis hin zu Twitter-Feeds. Zudem strukturiert sie neue Meldungen sowie Posts und fasst sie in Themen-Clustern zusammen. Damit automatisiert eine KI viele Prozesse der crossmedialen Themenplanung und -distribution im Newsroom.

KI im Newsroom – vier Anwendungsszenarien:

Beiträge KI-basiert analysieren und crossmedial planen

Ein KI-basiertes Tool unterstützt die Mitarbeiter im Newsroom dabei, inhaltlich verwandte Informationen zu einem Thema zusammenfassen und Beiträge aller Art zu planen – von Texten über Videos und Audios bis hin zu Social Media Posts. Hierfür untersucht die KI eingehende News im Hinblick auf Merkmale wie Personen, Orte, Institutionen und Sachverhalte, berechnet die inhaltliche Nähe zwischen Themen und stellt ähnliche Meldungen übersichtlich sortiert dar. So gewinnen Redakteure im Newsroom nicht nur einen guten Überblick über die aktuelle Themen- und Nachrichtenlage, sie können Beiträge auch crossmedial planen, erstellen und medienspezifisch umsetzen.

Beiträge KI-basiert analysieren und crossmedial planen

In einem Dashboard sind eingehende Meldungen im Newsroom übersichtlich dargestellt.
Bildquelle: Convit GmbH

Effizient zusammenarbeiten

KI im Newsroom ermöglicht eine effiziente Kollaboration.
Bildquelle: Convit GmbH

Effizient zusammenarbeiten

Ein KI-Planungs-Tool zeigt an, welcher Kollege im Newsroom sich mit welchem Sachverhalt beschäftigt. So können Medienhäuser die Ressourcen ihrer Mitarbeiter besser nutzen: Redakteure im Newsroom arbeiten entweder gemeinsam an einem vielschichtigen Themenkomplex oder widmen sich gänzlich verschiedenen Themen.

Die Konkurrenz monitoren

Die künstliche Intelligenz analysiert ähnliche News des Wettbewerbs und generiert aus ausgewählten Twitter-Feeds individuell zusammenstellbare Streams, die sich in Echtzeit aktualisieren. So erhalten Redakteure im Newsroom bei der Ausarbeitung eines Themas einen aktuellen Überblick über die neuesten Veröffentlichungen innerhalb ihrer Peer Group. Sie wissen nicht nur, welches Medium sich auf welche Aspekte fokussiert, sondern auch, welche Themen in welchem Kanal und in welchem regionalen oder lokalen Umfeld gerade im Trend liegen. So können sie sich mit ihrem eigenen Beitrag vom Wettbewerb abgrenzen, sich einem Thema aus einer anderen Perspektive nähern oder es inhaltlich weiterführen.

Die Konkurrenz monitoren

Dank KI wissen Redakteure im Newsroom, mit welchen Themen sich ihre Wettbewerber beschäftigen.
Bildquelle: Convit GmbH

Archivmaterial finden

Mit einem KI-basierten Planungs-Tool wird das Durchsuchen des
Archivmaterials im Newsroom zum Kinderspiel.
Bildquelle: Convit GmbH

Archivmaterial finden

Redakteure im Newsroom können das Archivmaterial KI-gestützt durchsuchen, etwa nach früheren Veröffentlichungen sowie nach passendem Bild-, Video- und Audio-Material. Auf Grundlage eines Stichworts spielt die KI passende Vorschläge innerhalb weniger Millisekunden aus, indem sie die automatisch extrahierten Metadaten im Hinblick auf ihre Ähnlichkeit mit dem Suchbegriff analysiert. So gewinnen Redakteure einen Überblick über ein Thema und können in einem neuen Artikel auf ältere Beiträge verweisen oder sie verlinken.

Vorteile des Newsroom Konzepts

In Kombination mit einer KI-gestützten Newsroom Software eröffnet ein Newsroom Konzept eine Reihe an strategischen
und praktischen Vorteilen. Es ist…

  • …effizienter, weil Redakteure identische Themen nicht mehr parallel bearbeiten.
  • …journalistisch hochwertiger, weil professionelle Redakteure aus verschiedenen Ressorts komplexe Themen interdisziplinär bearbeiten.
  • …integriert, weil Redakteure Themen plattform- und medienübergreifend planen und bearbeiten.
  • …schneller, weil Redakteure die Nachrichtenlage dank Planungs-Tool stets im Blick behalten und vorbereitete Inhalte per Mausklick veröffentlichen können.
  • …digital, weil ein Planungs-Tool die Content-Distribution an verschiedenen digitalen Touchpoints unterstützt.
  • …reichweitenstark, weil sich ein Thema kanalübergreifend veröffentlichen lässt.
Newsroom Software in der Praxis

Unter dem Namen Plan.R plant der Westdeutsche Rundfunk die Einführung einer KI-basierten Redaktionsplanung auf der Basis von Convit Technologien. Über eine Art Kanban-Board können die Mitarbeiter im redaktionsübergreifenden WDR Newsroom Themen crossmedial planen und Beiträge im gewünschten Publikationsmedium zeitlich abgestimmt ausspielen.

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Newsroom Definition – unser Fazit

Das Newsroom Konzept ist eine adäquate Lösung, um der Komplexität der immer digitaleren Kommunikation gerecht zu werden. Um die eigenen Leser auch in Zukunft zu erreichen, dürfen sich Redaktionen nicht (mehr) auf einen einzelnen Kanal fokussieren. Stattdessen müssen sie zielgruppen- und kanalspezifische Inhalte im passenden Format (Text, Audio, Video etc.) an jenen Touchpoints ausspielen, an denen sie ihre Kunden antreffen – sei es in einem Print-Magazin, auf dessen digitalem Pendant oder in den sozialen Medien. Unter der Prämisse, dass Redaktionen und Medienunternehmen eine entsprechende Software einsetzen, bildet ein Newsroom die ideale Voraussetzung, um redaktionelle Prozesse agiler und effizienter zu gestalten – heute und in Zukunft.

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