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Themen erwachsen aus Trends und aktuellen Ereignissen. Doch wie gewährleisten Journalist:innen, dass die Themen, die sie selbst als wichtig erachten, auch den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen? Genau hier setzt das Community Management an. Erfahre, wie Community Manager:innen den Austausch mit der Zielgruppe fördern und damit den Medienhäusern dabei helfen, relevante Themen gezielt aufzugreifen, die Kundebindung zu stärken und sich von Wettbewerbern abzuheben.

Was ist Community Management?

Community Management bezieht sich auf die Aktivitäten und Strategien, die eine starke Bindung zwischen einem Publikum und einem Unternehmens aufbauen und eine engagierte Community pflegen und stärken. Es beinhaltet das Beobachten von Likes und Shares, aber vor allem auch die Interaktion mit Mitgliedern der Community, das Beantworten von Fragen, das Lösen von Problemen, das Sammeln von Feedback und das Teilen von relevanten Informationen. Das Organisieren der Community ist somit wichtiger Bestandteil von Social Media Management.

Aber beim Community Management geht es nicht nur um Social Media: Auch in Blogs und Foren oder auch in Print oder TV ist es sinnvoll. Denn nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch bei anderen Angeboten gibt es aktive User:innen mit Reaktionen auf die Inhalte – zum Beispiel über eine Kommentarfunktion im Online-Magazin oder aber auch über Leserbriefe.

Warum ist Community Management im Journalismus wichtig?

Heute haben journalistische Angebote nicht mehr nur die Aufgabe, Informationen anzubieten, sondern Redaktionen müssen auch zuhören und lernen können. Und hier schafft erfolgreiches Community Management im Journalismus den wichtigen Spagat zwischen Sender und Empfänger sein. Denn Community Manager:innen sind die direkte Verbindung zur Zielgruppe. Ihr Job ist vielschichtig und reicht von der Moderation bis hin zur Aufgabe, die Community in journalistische Prozesse miteinzubeziehen.

Durch Community Management in Redaktionen schaffen es Verantwortliche,

ihre Konsument:innen bestmöglich zu erreichen und einen Dialog zu fördern,
die Bedürfnisse und Interessen des Publikums dank Feedback und Kommentaren genauer zu verstehen und zu definieren,
Trends frühzeitig zu erkennen,
und somit die Themenauswahl sowie Formatentwicklung optimal zu gestalten.

Durch das Miteinbeziehen verschiedener Meinungen und Perspektiven, welche die Community äußert, können Medienhäuser ein breites Spektrum von Standpunkten aufgreifen und bedienen. All das gibt Medienhäusern die Chance, sich von Wettbewerbern abzuheben, mit einem relevanten und vielfältigen Angebot.

Nicht nur auf das Community Management setzen: Um herauszufinden, wie der ausgespielte Content bei der Community ankommt, eigen sich außerdem Reichweitenanalysen.

Auf den Punkt gebracht: Die Vorteile von Community Management

Durch den direkten Austausch mit der Zielgruppe trägt Community Management in Social Media, Foren & Co. dazu bei,

  • das Markenimage zu verbessern,
  • Vertrauen und Glaubwürdigkeit der Medienhäuser zu stärken,
  • sich mit Produkt- oder Dienstleistungsfeedback weiterzuentwickeln,
  • die Kundenbindung zu stärken,
  • und aktiv von der Community zu lernen, zum Beispiel zu deren Ansichten und um neue Themenideen zu generieren.

Welche Aufgaben müssen Community Manager:innen meistern?

Um eine aktive und engagierte Community aufzubauen, muss das Community Management eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen. Es reicht nicht, nur über die Kommentarfunktion auf Fragen zu antworten.

Stattdessen müssen Community Manager:innen:

  • den gesamten Diskurs zu Themen beobachten und organisieren,
  • den Austausch innerhalb des Publikums z. B. anhand von Richtlinien moderieren,
  • eingehende Nachrichten, Kommentare, oder auch Shares auswerten und
  • auch Rückfragen stellen und weiterführende Inhalte bereitstellen.

Sie fördern die Vernetzung innerhalb der Community und unterstützen Projekte und Kampagnen, die auf die Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppe abzielen. Als Vermittler zwischen der Community und internen Teams beraten Community Manager:innen zudem auch Redaktionen und Produktteams, um die Bedürfnisse und Interessen der Community weiterzugeben und sie so in die Entwicklung einzubeziehen.

Übrigens: Eine Steigerung des Community Managements ist der Community Journalismus. Hier entwickeln Redaktionen ihre Inhalte zusammen mit der Community. Immer häufiger geschieht das in kleinen, unabhängigen Lokalredaktionen.

Welchen Herausforderungen steht Community Management gegenüber?

So wertvoll die Arbeit der Community Manager:innen ist, so viele Stolpersteine liegen ihnen im Arbeitsalltag noch im Weg. Es fehlt nicht nur an Verständnis für die Bedeutung des Community Managements, sondern auch an dem nötigen Know-how, um es erfolgreich aufzubauen. Das bringt unweigerlich einige Herausforderungen mit sich.

Der Zeitaufwand

Zu den größten Hürden zählt der Arbeitsaufwand, den der Job mit sich bringt. Die kontinuierliche Beobachtung und Moderation von Diskursen, die Beantwortung von Kommentaren und die Bereitstellung relevanter Inhalte erfordern eine ständige Präsenz und Aufmerksamkeit. Es gilt stets ein Auge darauf zu haben, ob der Austausch innerhalb der Community – vor allem auf Social Media – respektvoll stattfindet und im Zweifel einzuschreiten.

Die Ressourcen

Ein weiterer Aspekt ist die Frage nach den Ressourcen. Community Management ist nicht nebenbei gemacht – besonders, wenn die Followerzahlen steigen und es immer mehr zu managen gibt. Best Practice ist es, schon von Anfang an die Ressourcen einzuplanen, auch wenn ein Kanal noch klein ist, sowie die Aufgabe auf mehrere Schultern zu verteilen. So lernen nicht nur alle etwas von der Zielgruppe, sondern auch die Last von zum Beispiel “bösen” Kommentaren wird von mehreren Personen getragen.

Das Unbekannte

Obwohl das Community Management gerade in Social Media immer mehr Aufmerksamkeit erhält, ist der Job als solches noch immer relativ unbekannt. Das führt nicht nur zu Unwissenheit innerhalb der Redaktionen, sondern auch zu noch wenig geschulten Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es für Medienhäuser, Weiterbildungen anzubieten, um das Bewusstsein für Community Management bei ihrem Personal zu schärfen. Auch Schulungen für spezielle Tools können von Nöten sein, ebenso wie Kenntnisse im Konfliktmanagement oder der Krisenkommunikation.

Die Messbarkeit

Wie in jedem Job steht auch im Community Management irgendwann die Frage nach dem Erfolg im Raum. Um festzustellen, ob der Austausch und die Interaktion mit der Zielgruppe das gewünschte Ziel erreicht, hilft es, vorab bestimmte Metriken und KPIs zu definieren und stetig zu verfolgen. Dabei können einzelne Ziele wie der Ausbau der Reichweite oder Anzahl an Kommentaren aber nicht alleine auf das Community Management zurückgeführt werden. Eine ganzheitliche Strategie ist hier sinnvoll, die das Social Media Management betrifft – zum Beispiel in Verbindung mit Social Media Analytics.

Die Skalierbarkeit

Wenn die Community wächst, kann es schwierig sein, mit dem steigenden Volumen an Interaktionen und Anfragen Schritt zu halten. Das Community Management muss skalierbar sein und geeignete Tools und Prozesse bereitstellen, um das Wachstum effizient zu bewältigen.

Erfolgreich in Redaktionen einsetzen

Damit die Arbeit der Community Manager:innen von Erfolg gekrönt ist, sollte die Redaktion nicht nur produktbezogen arbeiten, sondern auch interdisziplinär. Das bedeutet, die Community Manager:innen bringen zwar den Ball ins Rollen, doch nicht ins Tor. Das Community Management fungiert als Bindeglied zwischen Zielgruppe und Redaktion.

Für Tom Klein, den Koordinator Community Management beim Hessischen Rundfunk, benötigt erfolgreiches Community Management weitere Rollen, die er in einem LinkedIn Post erklärt:

Zum Beispiel Themen Expert:innen, die ein Gespür für Trends mitbringen und wissen, welche Informationen gerade relevant sein könnten, oder Produkt- und Distributionsmanager:innen, die nicht nur die Formatentwicklung betreuen, sondern auch die Content-Veröffentlichung – sie alle fungieren als Zahnräder, die ineinandergreifen und das große Ganze, das Community Management, erfolgreich umzusetzen. Darüber hinaus unterstützen Mitarbeitende aus dem Recherche-Team das Community Management, tragen Wissen zusammen und verwalten es sinnvoll. Datenanalyst:innen werten die gesammelte Informationen aus und teilen ihre Erkenntnisse, um das Community Management weiter voranzubringen. Am Ende runden Channel-Experten die gemeinsame Arbeit ab, indem sie die Inhalte passgenau für die jeweiligen Distributionskanäle aufbereiten.

Nur, wenn Datensilos vermieden werden und ein interdisziplinäres Miteinander gefördert wird, können Redaktionen Community Management im Journalismus erfolgreich umsetzen.

Community Management im Journalismus: To-dos auf einen Blick

Erfolgreiches Community Management erfordert nicht nur Zeit, sondern auch eine strategische Herangehensweise und gezielte Maßnahmen, um die Bedürfnisse und Erwartungen der Community zu erfüllen.

Dabei ist essenziell:

  • Mit der Zielgruppe interagieren – über Kommentare, Direktnachrichten etc.
  • Rückfragen stellen und echten Dialog fördern
  • Die Community in den journalistischen Prozess einbeziehen
  • Neue Themen identifizieren und relevante Inhalte bieten
  • Die Moderation übernehmen und Richtlinien sicherstellen
  • Interdisziplinär zusammenarbeiten mit Redaktionen und Produktteams
  • Produktbezogen arbeiten
  • Datensilos vermeiden
  • Metriken und KPIs überwachen
  • Feedback umsetzen
  • Aber auch: Grenzen setzen und wissen, was Community Management nicht liefern kann

Außerdem bietet es sich an, schon im Vorhinein wichtige Richtlinien zu erarbeiten und evtl. über Tone of Voice zu sprechen. Viele Redaktionen entwickeln dazu Community Management Guidelines. Auch ein fertiger Leitfaden für die Krisenkommunikation kann sinnvoll sein, um schnell und gekonnt zum Beispiel bei Beschwerden reagieren zu können.

Entscheidender Faktor im Journalismus

Das Community Management spielt eine immer wichtigere Rolle für Medienhäuser und ihre Redaktionen. Es ermöglicht den Aufbau und die Pflege einer treuen Community, die einen direkten Einfluss auf den Erfolg und die Relevanz von journalistischen Inhalten hat. Durch aktive Einbindung, zielgerichtete Kommunikation und das Schaffen einer respektvollen Umgebung können Medienunternehmen ihre Zielgruppe besser verstehen und bedienen. Es eröffnet Chancen für einen konstruktiven Dialog, ermöglicht den Austausch von Ideen und Feedback, fördert die Netzwerkbildung und bietet die Möglichkeit, relevante Themen gezielt anzugehen. Es dient als strategische Komponente, um den Journalismus weiterzuentwickeln und die Beziehung zwischen Medien und ihrer Community zu stärken. Die kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Inhalte basierend auf Daten und Feedback ist entscheidend, um das Wachstum der Community langfristig zu sichern – und damit auch den Erfolg des Medienunternehmens. Heute ist das Community Management ein unverzichtbares Instrument für viele Redaktionen und eine wertvolle Methode für mehr Kundenbindung.

Vom Monitoring zur Themenplanung

Kommentare, Direktnachrichten, Saves und Shares geben wichtige Impulse, doch wer soll all das durchschauen und auswerten? Wie können Redaktionen das Monitoring effizient gestalten? Wir möchten den Prozess unterstützen und dir langfristig Arbeit abnehmen. Bei Convit arbeiten wir daran, Themenfindung, Community Management und Reichweitenanalyse in einem Tool abzubilden. Wir setzen dabei, wo es sinnvoll ist, auf KI und Automatisierung, um Medienunternehmen einen noch effizienteren Weg für die Themen- und Angebotsfindung zu ermöglichen. Das klingt gut? Lass es dir persönlich zeigen!

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